Manchmal geht es einfach nicht ohne – Kunststoff: Er begleitet uns jeden Tag, steckt in vielen Gebrauchsgegenständen und ist gerade bei den Verpackungen zum Beispiel unserer Kosmetik und Reinigungsmittel nach wie vor ein wertvolles Material, denn er ist sehr robust. Beim Thema Umweltschutz wird dieser Vorteil zur Schattenseite, wenn die Verpackung nicht recycelt, sondern als Abfall entsorgt wird. Dabei lässt sich beides in Einklang bringen: Kunststoffverpackungen und Umweltschutz. Hier kommt die Kreislaufwirtschaft ins Spiel, bei der aus alten Verpackungen neue, umweltfreundliche gewonnen werden. Stichwort Rezyklate.
Rezyklate entstehen durch Recycling. Bei diesem Prozess werden alte Verpackungen so verarbeitet, dass aus ihnen Material für Neues, zum Beispiel für Getränkeflaschen, entsteht. Dieses Material nennt man Rezyklat. Hier schließt sich der Kreis. Kreislaufwirtschaft und Rezyklate sind aus verschiedenen Gründen wichtig. Zum einen landen die alten Verpackungen nicht im Müll und fallen somit nicht der Umwelt zur Last. Zum anderen muss für das Herstellen neuer Shampooflaschen, Waschmittelbehälter und dergleichen nicht neuer Rohstoff verwendet werden, auch das ist gut für die Umwelt. Das funktioniert aber nur, wenn Abfälle schon zuhause sorgfältig getrennt werden.
Rezyklate können nur entstehen, wenn Verpackungsmaterial, also zum Beispiel Aluminium, Kunststoffe und Glas, sortenrein recycelt werden. Sortenrein bedeutet, die Materialen werden nicht gemischt. Hier kann jeder und jede zuhause schon mithelfen: Dazu müssen nur die unterschiedlichen Bestandteile einer Verpackung vor dem Wegwerfen voneinander getrennt werden. Am Beispiel Joghurtbecher betrachtet, bedeutet das: Deckel vom Becher entfernen und dann beide einzeln in den gelben Sack oder die gelbe Tonne werfen. Geht schnell, hilft viel! So können wir alle im Alltag einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.
„Make it circular“: Lernreise zur zirkulären Gesellschaft
Das Forum Rezyklat und die Lernplattform Digital Sparks bündeln ihre Kräfte, um das Thema Kreislaufwirtschaft im Bildungsbereich zu stärken. Gemeinsame ermöglichen sie für 800 weitere Schüler:innen eine Lernreise zur zirkulären Gesellschaft, den Spark „Make it circular“.
In diesem digitalen Lernraum setzen sich Schüler:innen damit auseinander, was eine sogenannte Kreislaufwirtschaft ist und wie eine Gesellschaft so umgeformt werden kann, dass wir auf eine nachhaltige und positive Zukunft zusteuern, die wir aktiv mitgestalten können. Zusammen mit Expert:innen schauen sich die Schüler:innen verschiedene Bereiche der Produktion an, lernen Beispiele von kreislauffähigen Produkten kennen und Orte, an denen Menschen bereits eigene Materialkreisläufe erschaffen haben.
Am Ende der Lernreise haben die Schüler:innen sich nicht nur intensiv mit zirkulärer Gesellschaft auseinandergesetzt, sondern auch ein eigenes Vertiefungsthema gefunden und ein kreatives Lernprodukt gestaltet.
Du bist Schüler:in und willst selbst teilnehmen oder kennst Lehrer:innen oder Bildungseinrichtungen, die innovative Unterrichtsmaterialien suchen? Erfahre mehr zum Spark „Make it circular“.
Bereits heute ersetzen viele Unternehmen, wo möglich und sinnvoll, Verpackungen aus Kunststoff oder verzichten ganz darauf. Wo das nicht geht, wird idealerweise recycelter Kunststoff verwendet. Der Rohstoff dafür ist Rezyklat, also aus alten Verpackungen gewonnenes Kunststoff-Granulat.
Hand in Hand für einen nachhaltigen Wertstoffkreislauf
Damit möglichst viele Verpackungen aus diesem Recyclingmaterial hergestellt werden können, entwickeln im Forum Rezyklat Unternehmen und Institutionen aus Handel, Marken- und Verpackungsindustrie sowie Entsorger und Vertreter:innen der Politik gemeinsame Strategien und Maßnahmen. Sie setzen sich für eine sortenreine Trennung von Wertstoffen ein und wollen so die Recyclingquote sowie den Recyclinganteil in Verpackungen erhöhen. Zudem sollen Verpackungen optimiert und schon bei ihrer Produktion recyclingfähig werden. So kann ein funktionierender Kreislauf vorangetrieben werden, bei dem Verpackungsabfälle aufbereitet und der Rohstoff für neue Verpackungen gewonnen werden, aus alt mach neu. Die Umwelt freut’s.
Das Recycling der im Gelben Sack oder der Gelben Tonnen gesammelten Verpackungen kann nur so gut funktionieren, wie die Abfälle darin vorher von Verbaucher:innen getrennt wurden. Deshalb informiert das Forum Rezyklat kontinuierlich in seinen Informationskampagnen über die Wichtigkeit der richtigen Mülltrennung.
Die natürlichen Ressourcen unseres Planeten sind nicht endlos. Wir können etwas tun, um die Ressourcen zu schonen und in gebrauchten Verpackungen nicht Abfall, sondern wertvollen Rohstoff sehen.
Der Unterschied zwischen Abfall und Rohstoff? Den machen wir. Nämlich dann, wenn wir wertvolle Ressourcen konsequent wiederverwerten und nicht wegwerfen. Gebrauchte Verpackungen, die nicht aus Glas oder Pappe sind, gehören in der Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Damit aus alten Verpackungen wieder neue werden können. Also: mitmachen, den Recyclingkreislauf schließen und etwas bewirken!
Das Forum Rezyklat und seine viele Mitglieder informieren rund um den Global Recycling Day 2025 wieder zusammen mit der Initiative “Mülltrennung wirkt” in einer umfangreichen Kommunikationskampagne über die wichtige Rolle aller Verbraucher:innen beim Thema Mülltrennung.
Zum World Cleanup Day, der nach eigener Aussage größten Bottom-Up-Bürgerbewegung der Welt zur Beseitigung von Umweltverschmutzung, riefen die Partner des Forum Rezyklat auch in 2024 zur Teilnahme an ihrer Müllsammelaktion auf. Wie in den Jahren zuvor engagierten sich wieder zahlreiche Freiwillige bei der bundesweiten Sammelaktionen des Bündnisses: 250 Teilnehmer:innen der Mitgliedsunternehmen entfernten auf rund 610 Kilometern gut 190 Säcke Müll aus Städten und Natur. Neben oft gelitterten, also achtlos entsorgten, Abfällen – wie Getränkedosen, Pizzakartons und Plastiktüten – fanden sie dabei auch kuriose Dinge, darunter zum Beispiel eine Perücke.
Damit nicht genug: Das Forum Rezyklat unternimmt weitere Schritte um das Thema Kreislaufwirtschaft in der Gesellschaft noch stärker zu verbreiten, zum Beispiel durch ein Informationsangebot für Schulen.
Die Influencer:innen Florian Dobric-Gerl und Melisa Dobric klären in #118 ihres Podcasts anschaulich Fragen zu den Themen Verpackungen und Recycling, Kreislaufwirtschaft und Rezyklate.
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Dieser Animationsfilm erklärt, wie Unternehmen und Verbraucher:innen gemeinsam die Transformation von der Wegwerfwirtschaft hin zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft schaffen. Er veranschaulicht, was Rezyklate sind, welche Rolle sie für die Kreislaufwirtschaft spielen und wie sie gewonnen werden.